simultankirchen.de
: Donnerstag, 21. Februar 2019 um 09:11 Uhr
: Projektbeschreibung

Projektbeschreibung

Ausgangssituation
In der nördlichen Oberpfalz in den Landkreisen Neustadt a.d. Waldnaab, Amberg-Sulzbach und
Tirschenreuth sowie in der kreisfreien Stadt Weiden teilen sich die beiden großen Konfessionen
seit der Reformation sakrale Gebäude. Diese Gebäude tragen die Bezeichnung Simultankirchen.
Heute bestehen 38 historische und acht aktuell noch funktionierende Simultankirchen. Die einen
sind in evangelischem oder katholischem, in Einzelfällen auch in kommunalem oder privatem Besitz. Die anderen in gemeinsamer, d.h. in evangelischer und katholischer Trägerschaft.
Aufgrund ihrer bau-, kunst- und geschichtlichen Relevanz sowie der in ihren Mauern über Jahrhunderte gelebten Ökumene stellen diese Simultankirchen nicht nur ein allgemeines touristisches Potential, sondern ein bedeutendes Alleinstellungsmerkmal in der nördlichen Oberpfalz dar.
Die Entwicklung dieses Potentials und das Herausstellen dieses Alleinstellungsmerkmales tragen
zur stärkeren Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Region und zur Steigerung der Attraktivität der Region auch bei Investitoren und vor allem bei Touristen bei.
In der Zusammenarbeit mit Kommunen, der kreisfreien Stadt Weiden, den drei Landkreisen, der Bezirksregierung Regensburg und Vertretern der Zivilgesellschaft möchten die beiden Volkskirchen
ihren Beitrag zu den gesellschaftlichen Entwicklungen unserer Zeit leisten.
Die über Jahrhunderte in dieser Region gelebte ökumenische Zusammenarbeit und ihre Fortführung im Simultankirchenprojekt setzen auch überregional Zeichen.
 
Problemanalyse
Die Landkreise Amberg-Sulzberg, Neustadt a.d. Waldnaab und Tirschenreuth gehören zu den
strukturschwachen Gebieten Bayerns. Die Strukturschwäche zeichnet sich durch Abwanderung
der Jugend, Verringerung und Überalterung der Bevölkerung sowie durch hohe Arbeitslosigkeit
aus.
Die Kirchengemeinden sind von der Strukturschwäche und ihren Auswirkungen unmittelbar betroffen. Sie überaltern, verringern sich an Zahl und verfügen damit nicht mehr über die nötige Finanzkraft, um Eigenmittel für die aufwändig zu sanierenden historischen Kirchen zur Verfügung zu stellen.
Die Simultankirchen und die darin über Jahrhunderte gelebte Ökumene sind nahezu in Vergessenheit geraten.
 
Lösungsansatz
Durch Bewahrung (Restaurierung) und Erschließung (Fahrradwege, Marketing ...) sollen diese bedeutenden Simultankirchen erhalten, ins Bewusstsein gehoben und durch eine zukunftsorientierte
Nutzung gesichert werden sowie für die Region einen Mehrwert erbringen:
 
  • das historische und kulturelle Erbe der Simultankirchen sowie die über Jahrhunderte gelebte Ökumene werden in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt und stärken damit die regionale Identität.
  • das um die Simultankirchen aufgebaute Fahrradwegenetz und die damit einhergehende Nutzung weiterer regionaler Potentiale (z.B. das Gaststätten- und Hotelgewerbe) erhöhen die Attraktivität der Region sowohl für Bewohner als auch für Besucher. So trägt das Projekt zu einer zusätzlichen Wertschöpfung bei.
   
Die drei Landkreise Amberg-Sulzberg, Neustadt a.d. Waldnaab und Tirschenreuth sowie die kreisfreie Stadt Weiden gehören zur ersten und zweiten Landkreisreihe hinter der Landesgrenze zu
Tschechien. Aufgrund ihrer Strukturschwäche gehören sie zu den ländlichen Teilräumen, deren Entwicklung laut EU (EFRE – Europäischer Fonds für regionale Entwickluung), Bund (GA – Gemeinschaftsaufgabe) und Land (bayerischem Landesentwicklungsplan) besonders gefördert wird.
Die sich daraus ergebenden Förderungen sollen für das Projekt genutzt werden.

Aktivitäten
Die Simultankirchen werden inventarisiert und aus historischen und kunsthistorischen Gesichtspunkten klassifiziert. Im Zuge der Inventarisierung entstehen Inhalte für zukünftige Reiseführer. Die Inhalte fließen weiter in Hinweisschilder, Informationsmaterial und verschiedene Marketinginstrumente. Sie bilden schließlich die Grundlage für 80 zu schulende Kirchen-, Routen- und Museumsführer.

Auf der Grundlage der Klassifizierung der Simultankirchen und des Bestandsnetzes werden die zukünftigen Fahrradwege ermittelt. Voll-  und Zwischenwegweiser sowie Routensignets, Hinweisschilder und Übersichtstafeln werden ausgearbeitet und aufgestellt. Eventuell werden fehlende Verbindungswege zwischen den Bestandswegen geschaffen.
 
Die kurz- und mittelfristigen Investitionen in den Erhalt der Simultankirchen werden erfasst. Die bedeutendsten Simultankirchen werden restauriert und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht. Dazu werden teilweise Überwachungs-  und Alarmanlagen eingebaut.
 
Kirchengemeinden, Kommunen, Gast- und Hotelgewerbe sowie weitere Akteure der Zivilgesellschaft werden partizipativ in die Planungen einbezogen, damit die örtlichen und regionalen Potentiale optimal um das Konzept der Simultankirchen zusammengeführt und genutzt werden.
 
Marketinginstrumente werden ausgearbeitet und bedienen entsprechende Zielgruppen. 80 örtliche Kirchen, Routen- und Museumsführer werden geschult und können über Kirchengemeinden und Fremdenverkehrsbüros gebucht werden.
 
In der Mitte zwischen den beiden Simultankirchengruppen in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt a.d. Waldnaab sowie Amberg-Sulzbach wird das ortsprägende und denkmalgeschützte alte Pfarrhaus in Kaltenbrunn zu einem Simultankirchenmuseum umgebaut.
 
In einem weiteren Schritt denken die Organisatoren an ein ökumenisches Tagungszentrum sowie an einen ökumenischen Jugendzeltplatz, die den Fahrradweg und damit die Region um ein weiteres Element nachhaltig bereichern.
 
Rechtsträger dieser Aktivitäten ist der Förderverein Simultankirchen e.V., die aus einem Vorstand und einem Beirat besteht. Langfristiges Ziel dieser Stiftung ist die Bereitstellung von Finanzmittel zur Instandhaltung der baulichen Substanz.
 
Rothenstadt bei Weiden
Freitag, den 18. Januar 13
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